Sonntag, 30. November 2014

Advent Advent


Als ich vor ein paar Wochen hier einen Neustart gewagt habe, habe ich ja auch ganz kurz angerissen, was die letzten Monate so los war. Mein Anspruch, hier wieder zu schreiben, sollte auch Antrieb sein, überhaupt was zu tun, was ich hier zeigen und beschreiben kann. Meine Hobbys sind irgendwie so im Nirvana des Alltags unter gegangen. Ich war und bin sehr viel getrieben von dem, was "jetzt" und "unbedingt" noch gemacht werden muss. Auch (und mein Leben lang schon immer) verbunden mit der Frage, wie ich eigentlich über den Monat komme. Ich kann mir schlecht Auszeiten nehmen - nicht nur weil ich kein Geld oder keine Zeit habe, auch weil ich sie mir nicht gönne. Wenn ich Phasen habe, in denen es mir nicht gut geht, schaffe ich es schon nicht, mir Essen zu kochen, weil ich denke, dass ich das jetzt eigentlich auch gar nicht verdient habe und dass das ja das grade aktuelle Problem auch nicht löst.

Grade vor ca. einem Jahr gab es in meiner feministisch-aktivistischen Bubble viele Diskussionen zum Thema Selfcare (ich verlinke mal bloß Distels Text, den ich persönlich am ansprechendsten fand und der auch auf viele weitere Texte zum Thema verlinkt). 


Für die Adventszeit habe ich mir ein bisschen was vorgenommen: Ich habe gestern meinen letzten Workshop für dieses Jahr gehalten und damit jetzt erstmal weniger Terminstress. Es bleibt Zeit, endlich mal wieder Bewerbungen für einen Brotjob zu schreiben, der mir ermöglichen würde, mich selbst zu ernähren. Weihnachtsgeschenke wollen gebastelt werden, hier und da sind noch Verschönerungen an der neuen Wohnung nötig und das ein oder andere Fachbuch in Vorbereitung auf anstehende Projekte wollte ich auch lesen. Und zack, ist der Monat wieder voll.
Ich will die Zeit nutzen, mich zu sortieren und für die nächsten Monate zu rüsten, auch ein bisschen zu gucken, wohin es denn gehen soll. Eins ist dabei klar: Ich muss netter zu mir werden und ich muss dazu gezwungen werden. Also habe ich mir einen Adventskalender gebastelt: Mühsam habe ich mir 24 Dinge überlegt, die ich in meiner Freizeit gerne tue, die ich mal wieder tun könnte und die mich entspannen - besonders, wenn ich mal wieder in ein emotionales Loch falle: ein Buch lesen, ein Garn spinnen, Kakao trinken, meine Cousine anrufen, spazieren gehen. Alle Punkte habe ich auf Zettel geschrieben, in eine Weihnachtsdose gepackt und jeden Tag werde ich einen Zettel ziehen und tun müssen, was drauf steht. Für den ersten Tag (also morgen) habe ich mir was überlegt, was ich ewig nicht gemacht habe, weil es mich Geld kostet: in die Sauna gehen. Morgen ist passenderweise in einem laut Internet sehr schönen Bad in meiner Nähe "Damensauna" (doofes Wort).

An der #100happydays Challenge bin ich schon nach zwei Tagen gescheitert, habe aber beschlossen, das nicht schlimm zu finden, da ich ja wusste, dass ich für den Dezember schon ein Projekt geplant habe, das für mich hoffentlich besser passt. Wollen wir also hoffen, dass ich durchhalte.

Habt eine schöne Adventszeit!

Kommentare:

  1. Eine wundervolle Idee! Was war heute drin? :)

    Ich drück dir fest die Daumen, dass es mit dem Brotjob bald klappt. Das nimmt einem viel Last, wenn ein regelmäßiger Geldeingang da ist.

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    1. Danke :-)
      Heute habe ich "Nägel lackieren" gezogen und noch nicht umgesetzt...

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